Annalena Baerbock wird Professorin an der Columbia University – neuer Karriereschritt sorgt für politische Debatte .vh
Annalena Baerbock wird Professorin an der Columbia University – Neuer Karriereschritt spaltet die Politik
Die ehemalige deutsche Außenministerin und amtierende UN-Generalversammlungspräsidentin wechselt im akademischen Jahr 2026/27 an die US-Eliteuniversität Columbia. Während die Hochschule auf ihre internationale Praxiserfahrung setzt, flammen alte Debatten und politische Kontroversen wieder auf.
Für Annalena Baerbock beginnt ein überraschendes und prestigeträchtiges Kapitel an einer der renommiertesten Universitäten der Welt. Wie die Columbia University offiziell bestätigte, wird die ehemalige Bundesaußenministerin im akademischen Jahr 2026/27 an der School of International and Public Affairs (SIPA) tätig sein.
Sie übernimmt dort die Position einer „Professor of Professional Practice“ und fungiert zudem als stellvertretende Leiterin des Masterprogramms „Global Leadership“. Doch der Karriereschritt sorgt in Deutschland umgehend für intensive politische Diskussionen.
Praxisorientierte Lehre statt klassischer Forschung
Der offizielle Titel stiftet im ersten Moment oft Verwirrung. Es handelt sich bei der Berufung ausdrücklich nicht um eine klassische Forschungsprofessur, bei der wissenschaftliche Publikationen und Laborarbeit im Vordergrund stehen.
Vielmehr zielt der Status als „Professor of Professional Practice“ darauf ab, Experten mit direkter Praxiserfahrung aus Politik, Wirtschaft oder Diplomatie in die akademische Ausbildung einzubinden. Baerbock soll im Rahmen des Leadership-Programms drei neue Lehrveranstaltungen anbieten, die auf ihrer jahrelangen Regierungsverantwortung und internationalen Verhandlungspraxis basieren.
Die Universität begründet die Personalie mit Baerbocks steiler politischer Laufbahn: Vor ihrer Tätigkeit an der Spitze der UN-Generalversammlung war sie von Ende 2021 bis Mai 2025 deutsche Außenministerin, davor Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Seit September 2025 leitet sie als erste Frau aus der westeuropäischen Regionalgruppe die 80. Generalversammlung der Vereinten Nationen.
Alte Kontroversen und Lebenslauf-Debatten flammen auf
So international der Schritt gewürdigt wird, so verlässlich greifen Kritiker in Deutschland auch zu bekannten Argumenten. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Berufung wurden im Netz erneut jene Vorwürfe aus dem Bundestagswahlkampf 2021 hervorkramt, bei denen es um nachträgliche Korrekturen auf ihrer persönlichen Website und frühere Plagiatsvorwürfe rund um ihr politisches Buch ging.
Faktenchecks (unter anderem von Correctiv) hatten damals jedoch klgestellt, dass an den Gerüchten über angebliche Fälschungen von akademischen Abschlüssen (Master of Laws an der London School of Economics) nichts dran ist. Auch die damaligen Beanstandungen an ihrem Sachbuch durch Medienwissenschaftler wie Stefan Weber bezogen sich auf ein politisches Buch und nicht auf eine wissenschaftliche Dissertation.
Dennoch zeigt die erneute Aufregung, wie stark Baerbocks Person polarisiert. Befürworter betonen dagegen, dass eine Hochschule wie die Columbia University genau die Krisenerfahrung, die Einblicke in multilaterale Verhandlungen und die Praxis globaler Diplomatie sucht, die Baerbock in den vergangenen Jahren in vorderster Front mitgestaltet hat.
Fazit: Zwischen institutioneller Ehre und politischem Zündstoff
Baerbocks Wechsel an die Columbia University ist weder ein reiner akademischer Ritterschlag noch der Beweis für ein gescheitertes politisches System – er ist vor allem eine strategische Entscheidung einer US-Eliteuniversität, hochrangige politische Akteure für die praxisnahe Ausbildung künftiger Führungskräfte zu gewinnen.
Für die ehemalige Außenministerin markiert der Schritt einen bemerkenswerten Übergang von der tagesaktuellen Politik auf die globale akademische Bühne.
Glauben Sie, dass hochrangige Politiker nach ihrer aktiven Amtszeit ihre Erfahrungen am besten in der universitären Lehre einbringen sollten?




