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200 Polizisten stürmen Flüchtlingsheim und gehen den Bewohnern an den Kragen. t1

200 Polizisten stürmen Flüchtlingsheim und gehen den Bewohnern an den Kragen

Rund 200 Polizisten haben am frühen Morgen eine Flüchtlingsunterkunft in Hamburg-Winterhude durchsucht. Die als „Ukrainerhaus“ bekannte Einrichtung war Ziel einer Großrazzia gegen mutmaßlichen Leistungsbetrug. Nach Bildinformationen sind in der Unterkunft knapp 1000 Bewohner gemeldet, obwohl die Kapazität bei über 1500 Plätzen liegt. Die Beamten rückten mit einer Spezialeinheit sowie der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit an. Alle Eingänge wurden abgeriegelt, die Bewohner aus den Betten geholt.

Im Einsatz waren neben den Polizisten auch Hundeführer sowie Mitarbeiter der Familienkasse und der Bundesagentur für Arbeit. Sie überprüften anhand von Listen, ob die gemeldeten Personen tatsächlich in der Unterkunft leben. Gegenstand der Überprüfung waren insbesondere der Verdacht auf vorgetäuschte Identitäten und Nationalitäten sowie die tatsächliche Anwesenheit der betroffenen Personen und ihrer Kinder. Konkret geht es um 150 Verdachtsfälle.

Die Aktion steht im Zusammenhang mit einer Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern im Frühjahr in Hamburg. Dort wurden weitreichende Beschlüsse zur Bekämpfung von bandenmäßigem Sozialmissbrauch gefasst. Nach Bildinformationen wurde zudem ein verbesserter Datenaustausch zwischen Jobcentern, Familienkassen, Auslandsbehörden und der Polizei beschlossen, der unter anderem durch KI unterstützt werden soll. Ziel ist es, Identitätsmissbrauch aufzudecken.

Bereits im Dezember des Vorjahres hatte es eine ähnliche Razzia im Rheingebiet gegeben. Damals waren 560 Polizisten im Einsatz, es wurden Bargeld, Luxusautos und Schmuck beschlagnahmt, zudem gab es mehrere Festnahmen. Hintergrund der aktuellen Durchsuchung ist der Verdacht auf bandenmäßigen Sozialbetrug, bei dem unter anderem Kindergeld ins Ausland abfließt. Nach Angaben der Quelle gehen Hunderte Millionen Euro jährlich durch Kindergeldzahlungen ins Ausland, wobei die tatsächliche Existenz der Kinder teilweise bezweifelt wird.

Der Senator Andy Grote von der SPD äußerte sich zu der Razzia und forderte, dass straffällige Flüchtlinge leichter abgeschoben werden müssten, da sonst die Akzeptanz für echten Schutz in Gefahr sei. Die genauen Ergebnisse der Durchsuchung, insbesondere wie viele der 150 Verdachtsfälle sich bestätigen, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Behörden ermitteln weiter.

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