SABOTAGE-ALARM: Selenskyj vs. Deutsche Energieversorgung?
Berlin/Rom/Kiew – Eine Serie schwerwiegender Vorfälle hat in den vergangenen Tagen die Spannungen im Ukraine-Krieg weiter verschärft. Im Mittelpunkt steht ein mutmaßlicher Sabotageakt an der Transalpine Pipeline (TAL) in Norditalien Ende März 2026, der die Rohöllieferungen zur größten deutschen Raffinerie Miro bei Karlsruhe für mehrere Tage unterbrach.

Gleichzeitig berichtete die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos von einem vereitelten ukrainischen Drohnenangriff auf das Kosmodrom Plesetsk. In Kiew wurde zudem ein neuer Korruptionsskandal um Millionen Euro bei der staatlichen Getreidegesellschaft aufgedeckt. Parallel sorgte eine scharfe Botschaft von US-Präsident Donald Trump an Norwegen für Aufsehen.
Der Vorfall an der TAL-Pipeline, die Rohöl von der Adria über die Alpen zu Raffinerien in Österreich, Deutschland und der Tschechischen Republik transportiert, führte zu einer dreitägigen Unterbrechung der Lieferungen an die Miro-Raffinerie.
Laut Berichten von Business Insider und Welt am Sonntag wurde die Stromversorgung eines Pumpwerks nahe Terzo di Tolmezzo in den italienischen Alpen angegriffen. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten gegenüber den Medien, dass es sich um Sabotage handelte. Die deutschen Behörden wurden von italienischen Kollegen informiert. Das Bundeskriminalamt steht in Kontakt mit den italienischen Ermittlern. Ob ein politisch motivierter Angriff auf kritische Infrastruktur vorliegt, ist Gegenstand laufender Untersuchungen.
Die Miro-Raffinerie, die größte Deutschlands, musste auf bestehende Lagerbestände zurückgreifen. Die Pipeline ist für die Versorgung Süddeutschlands mit Benzin, Diesel und Flugkraftstoff von zentraler Bedeutung. Italienische und deutsche Behörden prüfen derzeit alle Spuren. Spekulationen über eine ukrainische Beteiligung – gestützt auf frühere Vorfälle wie die Nord-Stream-Ermittlungen – wurden in russischen und einigen westlichen Kreisen geäußert, jedoch von ukrainischer Seite entschieden zurückgewiesen. Eine offizielle Bestätigung einer Urheberschaft liegt bislang nicht vor.
Parallel berichtete Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow Präsident Wladimir Putin von einem vereitelten Drohnenangriff auf das Kosmodrom Plesetsk im Norden Russlands. Der Angriffsversuch fiel mit dem Start einer Sojus-Rakete zusammen, die Kommunikationssatelliten in den Orbit brachte. Bakanow betonte, dass die Mission trotz der Bedrohung erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Ukraine äußerte sich nicht offiziell zu dem Vorfall. Beobachter sehen darin einen Versuch, russische Raumfahrt- und Militärinfrastruktur zu stören, wenngleich solche Angriffe primär symbolischen oder propagandistischen Charakter haben dürften.
In Kiew selbst sorgte ein neuer Korruptionsskandal für Aufsehen. Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAPO) deckten eine mutmaßliche Unterschlagung von rund 17,7 Millionen US-Dollar bei der State Food and Grain Corporation of Ukraine auf.
Der Fall reicht ins Jahr 2021 zurück. Damals soll die staatliche Gesellschaft vier Verträge über den Export von Mais abgeschlossen haben, bei denen Schiffs- und Lieferdokumente ohne vollständige Vorauszahlung an einen ausländischen Käufer übergeben wurden. Dadurch sei die Kontrolle über die Ladung verloren gegangen, ohne dass die vereinbarte Zahlung erfolgte. Die Ermittlungen richten sich gegen ehemalige Führungskräfte der Gesellschaft. Die ukrainische Regierung betonte, dass solche Fälle konsequent aufgeklärt würden.
US-Präsident Donald Trump sorgte derweil mit einer ungewöhnlich scharfen Nachricht an den norwegischen Premierminister Jonas Gahr Støre für internationale Aufregung. Nachdem europäische Staaten eine Unterstützung in der Straße von Hormus abgelehnt hatten, drohte Trump mit einer Neubewertung seiner außenpolitischen Linie. In der Botschaft, die später veröffentlicht wurde, schrieb er, er fühle sich nach der ausbleibenden Verleihung des Nobel-Friedenspreises nicht mehr verpflichtet, „rein an Frieden zu denken“.
Er bekräftigte seine Forderung nach „vollständiger und totaler Kontrolle“ über Grönland und kündigte an, notfalls Zölle und andere Druckmittel einzusetzen. Der norwegische Regierungschef hatte zuvor zur Deeskalation aufgerufen. Die Äußerungen Trumps wurden international als Eskalation der Rhetorik gewertet, die die transatlantischen Beziehungen belastet.
In der Ukraine selbst wächst der gesellschaftliche Druck. Berichte über Zwangsrekrutierungen durch mobile Einheiten des Territorialen Rekrutierungszentrums führen zu zunehmendem Widerstand.
In Lemberg wurde ein Rekrutierungsbeamter erstochen. In russisch kontrollierten Gebieten wie Cherson kursierten Videos, die angebliche Drohnenangriffe russischer Kräfte auf ukrainische Rekrutierer zeigen. Die ukrainische Führung unter Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, dass die Mobilisierung zur Verteidigung des Landes notwendig sei.
Die jüngsten Vorfälle werfen Fragen zur Sicherheit kritischer Infrastruktur in Europa auf. Die TAL-Pipeline ist Teil eines weitverzweigten Netzes, das die Versorgungssicherheit mehrerer EU-Staaten gewährleistet. Experten mahnen zu verstärkten Schutzmassnahmen.
Gleichzeitig unterstreichen die Korruptionsermittlungen in Kiew die Notwendigkeit transparenter Verwendung westlicher Hilfsgelder. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben Milliarden Euro an Unterstützung geleistet, doch Forderungen nach strengeren Kontrollen werden lauter.
Die Entwicklungen zeigen die anhaltende Komplexität des Konflikts. Während militärische Aktionen auf beiden Seiten fortgesetzt werden, wirken sich Sabotageakte und interne Probleme unmittelbar auf die europäische Energie- und Wirtschaftssicherheit aus.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage mit Sorge. Ob die Ermittlungen zum Pipeline-Vorfall Klarheit bringen, bleibt abzuwarten. Bislang halten sich die beteiligten Staaten mit offiziellen Schuldzuweisungen zurück.
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At the center of the debate are billions of euros in international assistance sent to Ukraine since the escalation of the war, with critics arguing that large portions of the funds may not have reached their intended purposes.




