HOOTON-PLAN UND MIGRATION: WAS STECKT WIRKLICH HINTER DER UMSTRITTENEN THEORIE? – EIN HISTORISCHES DOKUMENT SORGT ERNEUT FÜR ZÜNDSTOFF! .vh
Hooton-Plan: Wie ein Text von 1943 zum politischen Mythos wurde
Ein umstrittener Text aus dem Jahr 1943 wird heute immer wieder als angeblicher Beleg für eine geheime Migrationsstrategie dargestellt. Historisch hält diese Behauptung einer genaueren Prüfung jedoch nicht stand.
Der US-Anthropologe Earnest Albert Hooton veröffentlichte während des Zweiten Weltkriegs den Beitrag „Breed War Strain Out of Germans“. Darin entwickelte er radikale Überlegungen zur Schwächung des deutschen Nationalismus nach dem Krieg.
Einige seiner Vorschläge waren aus heutiger Sicht eindeutig rassistisch und eugenisch geprägt. Der Text existiert tatsächlich – doch daraus folgt nicht, dass es einen staatlichen „Hooton-Plan“ gab, der später umgesetzt wurde.
Gerade dieser Unterschied spielt in der heutigen Debatte eine zentrale Rolle.
In rechtsextremen und verschwörungsideologischen Kreisen wird Hootons Aufsatz teilweise als Blaupause für die heutige Migrationspolitik dargestellt. Für eine solche direkte Verbindung zwischen dem Text von 1943 und politischen Entscheidungen der Gegenwart gibt es jedoch keine belastbaren Belege.
Auch zu Hootons Lebzeiten waren seine Vorstellungen nicht unumstritten. Der Soziologe Pitirim Sorokin kritisierte entsprechende Ansätze bereits während des Zweiten Weltkriegs. Das zeigt, dass Hootons Position keineswegs automatisch die offizielle Linie der westlichen Alliierten darstellte.
Die heutige Diskussion über Migration ist davon unabhängig real und politisch relevant. Seit 2015 beschäftigen Deutschland unter anderem Asylverfahren, Integration, Rückführungen, kommunale Belastungen und der demografische Wandel.

Diese Fragen können und müssen anhand von Gesetzen, Statistiken und konkreten politischen Entscheidungen diskutiert werden.
Problematisch wird es dort, wo aus realen historischen Dokumenten eine geheime Gegenwartsagenda konstruiert wird. Auch wirtschaftliche Interessen einzelner Akteure im Asyl- oder Pflegebereich sind für sich genommen kein Beleg für eine zentral gesteuerte „Umvolkung“.
Der historische Hooton-Text ist deshalb durchaus untersuchenswert. Er zeigt, welche radikalen Vorstellungen damals existierten.
Er belegt aber nicht, dass diese Vorstellungen heute als geheimer politischer Plan umgesetzt werden.
Die entscheidende Frage bleibt daher eine andere: Wie soll Deutschland Migration und Integration künftig konkret gestalten?




