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Orbán lockt deutsche Firmen mit Nullsteuer und Hunderte verlassen bereits das Land. t1

Orbán lockt deutsche Firmen mit Nullsteuer und Hunderte verlassen bereits das Land.

Die ungarische Regierung unter Ministerpräsident Victor Orban hat ein neues Steuergesetz erlassen, das deutschen Unternehmen unter bestimmten Bedingungen eine komplette Steuerfreiheit für zehn Jahre gewährt. Dies berichtet das Handelsblatt. Die Maßnahme sieht vor, dass Firmen, die Arbeitsplätze in Ungarn schaffen und in die Infrastruktur investieren, für ein Jahrzehnt keine Euro Steuern zahlen müssen.

Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche haben bereits hunderte deutsche Firmen auf dieses Angebot reagiert. Dokumentiert sind Fälle von Maschinenbaubetrieben aus Baden-Württemberg, Elektronikfirmen aus Bayern sowie Mittelständlern aus Nordrhein-Westfalen, die eine Verlagerung nach Ungarn prüfen. Als Hauptgrund für diese Überlegungen nennen die Unternehmen die steigende wirtschaftliche Belastung in Deutschland.

Konkret werden die stark gestiegenen Energiekosten angeführt. Die Stromrechnung sei innerhalb von zwei Jahren um 60 Prozent gestiegen, die Gaskosten hätten sich verdreifacht. Hinzu komme eine Steuerbelastung, die von einem Maschinenbauer aus Stuttgart mit über 36 Prozent angegeben wird. Dieser erklärte dem Handelsblatt, er gebe gerade eine Fabrik in Ungarn ab, wo er null Steuern zahlen werde. Die Rechnung sei einfach.

Die ungarischen Behörden sind nach Informationen des Quellenmaterials aufgrund der vielen Anfragen bereits überarbeitet. Offiziellen Zahlen zufolge wurden seit Orbans Ankündigung innerhalb von zwei Monaten 780 deutsche Firmengründungen in Ungarn angemeldet. Ein Elektronikkonzern aus München plane laut Wirtschaftswoche, zunächst 500 Arbeitsplätze von Deutschland nach Ungarn zu verlagern, weitere 500 sollen folgen.

Von deutscher Seite gibt es bislang keine konkreten Gegenmaßnahmen. Die Bundesregierung habe davon erfahren, doch außer der Aussage, dies sei nicht akzeptabel, seien keine Schritte wie Steuersenkungen oder Entlastungen für deutsche Firmen bekannt. Ein Handwerksmeister aus Hamburg wird mit der pragmatischen Einschätzung zitiert, dass er nach Ungarn gehe, wenn er dort mit weniger Steuern mehr verdiene und seine Familie besser versorgen könne. Die weitere Entwicklung dieses Standortwettbewerbs bleibt abzuwarten.

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