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Orbán zieht Friedrich Merz mit einem unerwarteten politischen Schachzug in die Verantwortung. t1

Orbán zieht Friedrich Merz mit einem unerwarteten politischen Schachzug in die Verantwortung.

In Brüssel hat sich am heutigen Gipfeltag eine beispiellose Konfrontation innerhalb des Europäischen Rates ereignet. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sah sich einer seltenen öffentlichen Kritik von mehreren Seiten ausgesetzt.Auslöser der Auseinandersetzung ist die anhaltende Blockade Orbans gegen einen geplanten Milliarden Euro Kredit für die Ukraine, der seit Wochen auf Eis liegt. Die Europäische Union hatte zuvor mit Druck und verschiedenen diplomatischen Manövern versucht, eine Lösung herbeizuführen.

Bei seiner Ankunft vor dem Gipfel reagierte Orban auf die angespannte Lage mit einem einzigen, knappen Satz. Er erklärte wörtlich: “Wir warten auf das Öl. Der ganze Rest ist nur ein Märchen.” Diese Haltung bezog sich auf die Unterbrechung der Öllieferungen durch die Drutpar Pipeline, die Orban als zentrales Argument für seine Position anführt.Unmittelbar darauf folgte eine Welle der Kritik von anderen europäischen Regierungschefs. Insgesamt sieben Premierminister äußerten sich in scharfer Form, wobei Begriffe wie “Verräter” und “unakzeptabel” fielen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaj Kas kommentierte die Situation mit den Worten, in Wahlkampfzeiten seien die Menschen nicht so rational, was als indirekte Kritik an Orban verstanden wurde. Das ZDF titelte in seiner Berichterstattung ebenfalls kritisch.Dieser kollektive Vorwurf wird in Kreisen des Europäischen Rates als eine der größten derartigen Attacken in der Geschichte der Institution bewertet. Orban blieb jedoch äußerlich unbeeindruckt und beharrte auf der Souveränität Ungarns und seinem vertraglich verankerten Vetorecht.

Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hatte bereits im Vorfeld im Bundestag die Richtung vorgegeben, man dürfe nicht auf ein einzelnes Land Rücksicht nehmen, das aus innenpolitischen Gründen eine Blockade erzeuge. Die eigentliche Entwicklung des Gipfels nahm dann jedoch eine andere Wendung.Um das Veto Orbans zu umgehen, wurde ein Mechanismus gefunden, bei dem Ungarn, die Slowakei und Tschechien nicht zur Zahlung, Haftung oder Zinstragung des 90 Milliarden Euro Kredits herangezogen werden.

Damit tragen nur noch 24 der 27 EU-Mitgliedstaaten die finanzielle Last. Der slowakische Premierminister Robert Fico bestätigte offen, nicht mit dem Militärkredit in Verbindung gebracht werden zu wollen. Parallel dazu scheiterte auf dem Gipfel ein prestigeträchtiges Vorhaben von Kanzler Merz, eingefrorene russische Staatsgelder in Höhe von 210 Milliarden Euro zu beschlagnahmen. Dieser Plan wurde unter anderem von Frankreich, Belgien und Italien blockiert.

Während die deutschen Medien die Umgehung von Orbans Veto als Erfolg darstellten, wurden gleichzeitig aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen thematisiert. So wurden steigende Gas- und Ölpreise genannt, während in Ungarn ein nationaler Spritpreisdeckel eingeführt wurde. Orban kündigte zudem an, keine weiteren Hilfen für die Ukraine zu unterstützen, solange kein Öl durch die besagte Pipeline fließt. Die EU kündigte als Reaktion auf die anstehenden Wahlen in Ungarn die Aktivierung des Rapid Response Systems gegen angebliche Desinformation an.

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